UMTS-Sender verursachen Tinnitus, Kopfschmerzen, Übelkeit


Niederländische Regierungsstudie, Sept. 2003

© Reuters

- UMTS-Sender verursachen Tinnitus, Kopfschmerzen, Übelkeit
- Deutliche Ergebnisse in Doppel-Blind-Versuchen gefunden
- Beeinflussung kognitiver Funktionen wie Erinnerungsvermögen und Reaktionszeit auch durch herkömmliche GSM-Sender

UMTS-Mobilfunkstrahlung kann Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Dies ist das Ergebnis einer niederländischen Regierungsstudie, die im Auftrag von drei niederländischen Ministerien durchgeführt wurde.

Die Studie verglich die gesundheitliche Wirkung der von heutigen Mobilfunksendern ausgehenden Strahlung mit Effekten, die durch die Basisstationen der neuen UMTS-Sender ausgelöst werden.

Mobilfunkbasisstationen decken üblicherweise eine „Zelle“ von mehreren Quadratkilometern ab und übertragen Signale an Mobiltelefone mittels elektromagnetischer Felder

„Wenn man die Testgruppe der Strahlung von UMTS-Basisstationen aussetzte, kam es zu einer signifikanten Wirkung... Die Testpersonen litten daraufhin an Tinnitus, Kopfschmerzen und Übelkeit“, erklärte eine Sprecherein des niederländischen Wirtschaftsministeriums.

Für die derzeitigen GSM-Sender fand die Studie solche negativen Effekte nicht. Allerdings führten sowohl GSM- als auch UMTS-Felder zur Beeinflussung von kognitiven Funktionen wie Erinnerungsvermögen und Reaktionszeit, welche sich bei kurzfristiger Einwirkung erhöhten.

Die niederländischen Minister für Wirtschaft, Gesundheit und Telekommunikation erklärten, weitere Forschung wäre notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen, außerdem müssten Langzeitwirkungen untersucht und biologische Ursachen gefunden werden.

Die Regierungssprecherin sagte, die niederländische Regierung werde diese Studie auch mit der Europäischen Kommission diskutieren.

In den Doppelblind-Versuchen (d.h., keine der Testpersonen wusste, ob das entsprechende elektromagnetische Feld gerade aktiv war oder nicht) wurden Testpersonen UMTS-Mobilfunkstrahlung ausgesetzt, in einer Höhe, wie sie im kommerziellen Betrieb zu erwarten ist.

Die GSM-Association, eine globale Orgainsation von Mobilfunkbetreibern, lehnte einen Kommentar ab und will die Studie prüfen.

Die Ergebnisse der IARC (Internationale Krebsforschungsagentur) zu einem möglichen Langzeitzusammenhang zwischen der Exposition heutiger GSM-Handys und Gehirntumor werden nicht vor 2004 erwartet.

Frühere Untersuchungen fanden bereits einen Zusammenhang mit kognitiven Funktionen, diese wurden in der niederländischen Studie bestätigt. Das Forschungsinstitut verwies jedoch darauf, dass in früheren Studien immer die Wirkung von Handys untersucht wurde, die nah an den Kopf gehalten werden und bei denen hohe Strahlungsfelder nah am Ohr erzeugt werden und zu einer Erwärmung des Gehirn führen.

In der Studie des niedlerländischen Forschungsinstituts TNO wurde ein Strahlungslevel verwendet, das den tatsächlichen Verhältnissen im Umfeld von Mobilfunksendern entspricht und niedriger als bei Handys ist.

Handys verursachen stärkere Strahlung bei der Nutzung, während Mobilfunksender ein konstantes Strahlungslevel aussenden, das alle Menschen in ihrem Umfeld erreicht.

>> Originalnachricht von Reuters auf Englisch

 

Quellen: 
Nachrichtenagentur Reuters, 30.09.2003
TNO-Pressemeldung

Links: 
Ministerium für Volksgesundheit, Holland
TNO-Bericht

Diese kognitiven Effekte wurden bei Kurzzeitexpositionen gegenüber GSM-Signalen von
Mobiltelefonen zum Teil schon berichtet. Bei Langzeitexpositionen kehrt sich dieser Effekt ins Gegenteil um - siehe Arbeiten von Santini, Navarro und Hutter.
UMTS-Signale scheinen auf Basis der Niederländischen Untersuchung eine höhere biologische Antwort auszulösen als GSM-Signale und bestätigen die Position der Landessanitätsdirektion Salzburg, vor der Einführung neuer flächendeckend wirksamer Technologien die Auswirkungen zu prüfen. [Dr. Oberfeld, 

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